"Lass uns mal quatschen..." - Die Freelancer Story

Stefan,
der Newcomer mit dem agilen Mindset

Wer ist eigentlich Stefan?

Ich bin Stefan Röber, arbeite seit April 2018 als Freelancer und biete Dienstleistungen im Bereich agiles und klassisches Projektmanagement an. Das heißt, dass ich in der Regel als Scrum Master, Product Owner oder Projektmanager für den Kunden agiere. Mit mir entscheiden sich meine Kunden für einen verbindlichen und umsetzungsstarken Typen mit agilem Mindset.

Mehr Informationen findest du in meinem WebCV auf :  https://link.gravitycv.com/sroeber

Inhalt

Warum bist du Freiberufler und nicht einfach Festangestellter?

Ich liebe es, als Freiberufler zu arbeiten, weil es mir ermöglicht, ausschließlich an relevanten Themen zu arbeiten. Das heißt für mich entweder: Im Auftrag des Kunden zu arbeiten und ein bestmögliches Ergebnis abzuliefern oder die Investition in meine eigene Marke, d.h. Akquise, Weiterbildung, Ausbau der Website etc. Das Wichtige ist aus meiner Perspektive: Du musst immer dein „Warum“ kennen, sonst geht die Motivation verloren. In meiner Zeit als Angestellter habe ich intern an einigen Themen gearbeitet, die für mich nicht den gewünschten Effekt hatten oder nicht ausreichend wertgeschätzt wurden. Wenn das zu häufig passiert, verlierst du die Antwort darauf, warum du etwas machst. Das war für mich auch ein Grund für den Schritt in die Freiberuflichkeit.

Außerdem schätze ich die Möglichkeit, selbständig zu arbeiten sehr. Das bedeutet für mich: Ich entscheide selbst, was aktuell am Wichtigsten ist und wie viel Zeit ich in welche Aufgaben investiere. Die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wann und wo ich arbeite, hat für mich einen besonderen Reiz. Natürlich muss das alles im Einklang mit der Vorstellung des Kunden stehen.

Was sind deine Do's and Don'ts für freiberufliche Newcomer?

Do’s

  • Vor Beginn der Freiberuflichkeit würde ich definitiv empfehlen, sich ein gewisses finanzielles Polster anzulegen. Als groben Richtwert empfehle ich vier Nettogehälter aus deiner Zeit als Angestellter. Diesen Puffer benötigst du, um eventuelle Auftragsflauten überstehen zu können.
  • Sei sichtbar auf den beruflichen sozialen Netzwerken und Freelancer-Börsen, d.h. insbesondere, dass du deine Verfügbarkeit und Skills aktuell hältst. Die meisten Anfragen bekomme ich über Xing, Freelancermap und Freelance.de.
  • Baue stetig dein Netzwerk aus. Alte Kunden sind vielleicht bald wieder reaktivierte Kunden. Sprich mit Leuten über deine Selbständigkeit, häufig ergeben sich aus Zufällen interessante Aufträge für die Zukunft.
  • Die beste Investition ist die in deine eigene Weiterbildung! Als Wissensarbeiter ist Wissen, dessen Anwendung und gemachte Erfahrungen dein Kapital.
  • Höre genau zu, was dein Kunde will. Wenn du auf seine Wünsche eingehst und seine „Schmerzen“ beseitigst, dann arbeitet er auch gern weiter mit dir zusammen!
  • Sei verbindlich! Wenn du etwas sagst, dann machst du es auch so. Ansonsten gerät deine Glaubwürdigkeit in Gefahr.
  • Querdenken: Gerade in einem Umfeld, wo etwas gemacht wird, „weil es schon immer so gemacht wurde“, ist querdenken angesagt. Hinterfrage Prozesse, die dir überflüssig vorkommen und überlege dir, wie man etwas simpler und besser gestalten kann.

Don’ts

  • Wichtige Themen vernachlässigen: Als Freelancer hast du viel Verantwortung. Dazu zählt zum Beispiel auch, sich um die DSGVO Themen zu kümmern, obwohl das nicht wirklich Spaß macht.
  • Arrogant auftreten: In meinem letzten Projekt waren wir auf der Suche nach einem freiberuflichen Entwickler. Im Telefoninterview ist der Bewerber sehr überheblich aufgetreten – da haben wir dann nach kurzer Zeit das Interview abgebrochen. Mit so jemandem möchte man nicht zusammenarbeiten. Der schlechte Eindruck besteht noch immer.

Wie kamst du an deine ersten Aufträge? Hat sich zu Heute daran etwas geändert?

An meinen ersten Auftrag kam ich durch mein bereits bestehendes Netzwerk. Ein nicht zu unterschätzender Akquise-Kanal! Ich bin wirklich überrascht, wie viele Möglichkeiten sich durch mein Netzwerk, d.h. alte Kollegen aus der Unternehmensberatung, frühere Kunden, oder auch Kollegen, die mittlerweile in einer Entscheider-Position in einem Konzern sind, ergeben haben.

Was hättest du gerne vor deinem Start in die Selbstständigkeit gewusst?

Viele Ängste, die ich vor dem Schritt in die Selbständigkeit hatte, haben sich nicht bestätigt.

Ein Schreckgespenst war das Thema „Scheinselbständigkeit“, welches ich in meinem Kopf für mich ordnen musste. Ich kann sehr empfehlen, sich mit den Ausführungen von Rechtsanwalt Dr. Benno Grunewald und seinem Vortrag „ITFreiberufler – eine bedrohte Spezies?“ zu befassen. 

 

Welche Tools erleichtern dir deinen beruflichen Alltag?

  • Kontist: Ist ein Konto für Freiberufler und Selbständige. Die Killer-Features: Die Synchronisation mit dem Buchhaltungstool (Debitoor) und die automatische Bildung von Steuerrückstellungen auf Unterkonten. Das bedeutet: wenn du Umsatz reinbekommst, gehen 19% Umsatzsteuer direkt auf das Umsatzsteuerkonto, und je nach Höhe deiner Einkommenssteuersatzes bis 45% auf das Konto für die Einkommenssteuer. Übrig bleibt, was wirklich dir gehört. Das verhindert, dass du das Geld des Finanzamts ausgibst und bei einer Forderung eine böse Überraschung erlebst.
  • Debitoor: Das Buchhaltungstool in meinem Toolset. Hier läuft alles komplett digital ab. Die Rechnungen für meine Ausgaben hänge ich direkt als PDF ein und Debitoor erkennt automatisch den Gesamtbetrag, das Rechnungsdatum und wenn man Glück hat, auch noch die Kostenart. Dann gibst nur noch den Zweck der Ausgabe per Hand ein und speicherst. Da Debitoor sich mit Kontist synchronisiert, wird die Zahlung auch automatisch gebucht. Einfacher und schneller geht es kaum. Eine Schnittstelle für den Steuerberater ist natürlich auch verbaut.
  • Evernote: nutze ich überwiegend, um Notizen zu erstellen, Ideen zu generieren, mich an Wichtiges zu erinnern und mein Leben zu organisieren. In Verbindung mit der „Getting Things Done“-Methode von David Allen eine unverzichtbare Kombination.
  • Bose QuietComfort 25: Noise Cancelling Kopfhörer – unverzichtbar zum konzentrierten Arbeiten im Großraumbüro und zum Entspannen im Zug oder Flugzeug.
  • Brain.fm: Stimuliert angeblich dein Gehirn mit Klängen, die die Konzentration fördern. Kann man kostenlos testen und scheint bei mir zu funktionieren. Hat mir u.a. auch bei der Vollendung dieses Interviews geholfen 🙂

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